Psychologische Praxis

Helena Berchtold


Gefühle – was bringt mir das?

Lesedauer: 2 Minuten

Immer wieder komme ich in meinen Gesprächen an die Frage: Gefühle – was bringt mir das? Weil Gefühle nicht nur in der Therapie von Bedeutung sind, sondern jede:n von uns täglich beschäftigen, hier ein Plädoyer für das Fühlen.

Aufgabe von Gefühlen

Ähnlich wie Hunger, Durst oder Schmerz sind Gefühle Signalgeber. Sie zeigen uns etwas an. Jedes Gefühl hat seine ganz eigene Aufgabe. Allgemein lässt sich sagen, dass Gefühle uns anzeigen, ob ein Bedürfnis erfüllt wurde oder nicht. Wurde das Bedürfnis erfüllt, haben wir angenehme Gefühle (z.B. Freude), wurde es nicht erfüllt, eher unangenehme (z.B. Ärger oder Trauer). Ich spreche hier bewusst von angenehmen und unangenehmen Gefühlen und nicht von guten oder schlechten. Denn der Rauchmelder ist nicht schuld am Feuer, er zeigt es nur an. Auch wenn der Ton natürlich unangenehm ist. Ähnlich ist das mit den Gefühlen: sie weisen uns darauf hin, dass etwas nicht stimmt. Was das ist, das müssen wir dann selbst herausfinden.

Was kostet mich das

Gefühle zu haben ist nicht nur angenehm. Und es kann häufig schmerzhaft sein, wirklich hin zu spüren. Das ist uns Psycholog:innen bewusst und ich bespreche das auch offen in meinen Therapien. Der Preis für innere Ruhe und Wohlbefinden ist an dieser Stelle, durch den Schmerz zu gehen. Ich muss ins Gefühl, es zulassen, aushalten und verstehen, was es mir sagen will. Das kostet Kraft und es kann Schmerz verursachen. Und möglicherweise müssen wir diesen Schmerz noch einige Male erleben, bevor wir verstehen was er uns sagen will. Andererseits, werden wir an diesem unterdrückten Schmerz leiden, wenn wir ihn immer wieder wegschieben. Den Schmerz an sich macht dieses Wissen aber nicht angenehmer. Mehr zum Unterschied zwischen Schmerzen und Leiden erfährst du hier.

Gefühle – Was bringt mir das

Wie schon gesagt, Gefühle haben eine Aufgabe. Und wenn wir sie zulassen, können sie die auch erfüllen. Wenn wir Gefühle unterdrücken ist das, als ob wir beim Rauchmelder die Batterien raus drehen. Der Ton ist dann weg, aber wir kriegen nicht mit ob bzw. wo es brennt. Ähnlich ist das mit dem Gefühle spüren. Sie zu haben ist manchmal nicht besonders angenehm. Aber wenn wir sie zulassen können, dann können wir wie beim Rauchmelder nach dem Feuer suchen. Statt uns nur darüber zu ärgern, dass wir schon wieder diesen nervigen Ton ertragen müssen.

Eine Person hält einen weißen Rauchmelder ins Bild. Die Person trägt einen hellgrauen Rock, eine weiße Bluse und darüber einen dunkelgrauen Cardigan. Symbolbild für Gefühle - was bringt mir das? Gefühle als Rauchmelder.
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