Musik für die Seele

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Ich habe zum Thema Musik schon mal einen Beitrag geschrieben, wie Musik genutzt werden kann um den Tagesablauf zu gestalten, effektiver zu arbeiten oder einen Umgang mit Gefühlen und sogar Trauer zu finden. Den ganzen Artikel gibt’s hier. Heute geht es mir mehr darum wie Musik zur psychischen Gesundheit im Alltag beitragen kann.

Schöpfung und Selbstausdruck

Zunächst möchte ich übers Musik machen sprechen. Dazu gehört natürlich alles von Instrument spielen über Singen, bis hin zum Auflegen. Genauso wie die Kunst ist das Musizieren etwas Schöpferisches und gleichzeitig auch immer ein Stück Selbstoffenbarung. Ich finde einen Raum in dem ich – hier über Klänge – mein Innerstes mit anderen teilen kann, ohne Worte. Dass dabei eine wirkliche Verbindung mit anderen Menschen und ein Einlassen aufeinander entsteht, zeigt die Forschung zur Musikalität. Menschen, die Instrumente spielen sind emphatischer – gleiches gilt für bilinguale Menschen, denn die müssen Zwischentöne besser hören können. Das Gehör zu schulen hilft also auch dabei, besseren Kontakt zu den Mitmenschen zu finden. Und über die Praxis des Musik machens schule ich mein Gehör nebenbei.

Stimmungsmacher

Dass Musik auch die eigene Stimmung beeinflussen kann, habe ich bereits beschrieben und hat bestimmt jeder spätestens in den Teenager-Jahren auch selbst erlebt. Spannend fand ich aber in der Klinik zu erleben, dass in der Musiktherapie häufig Menschen in Stimmungen kamen, die unerwartet waren. Dabei ging es nicht mal um bestimmte Lieder, an denen Erinnerungen hängen. Sondern um ganz einfache Dinge, wie das gemeinsame Trommeln. So ein Geräusch, seit Jahrhunderten in der Schlacht genutzt, kann anspornen, die eigenen Themen anzugehen und aktiv für sich selbst zu sorgen. Dieses von einer sehr zurückhaltenden, rücksichtsvollen und zuvorkommenden Patientin geschilderte Gefühl hat sie darin bestärkt, mehr für sich selbst einzustehen. Denn sie hat in ihrem eigenen kraftvollen Trommeln Spaß an ihrer Stärke gefunden. Ganz einfach Klänge auf sich wirken zu lassen, mit diesen zu spielen und sie zu nutzen kann also sehr hilfreich sein um einen Zugang zu den eigenen Gefühlen und Themen zu finden.

Lärm oder Geräusch?

In der Achtsamkeit geht es um die ganz wichtige Unterscheidung zwischen einer Beobachtung und einer Bewertung. Wir Menschen sind so gewöhnt, alles zu bewerten, dass wir das Beobachten häufig verlernt haben. Die Unterscheidung zwischen einem „Geräusch“, also hörbare akustische Schwingungen und „Lärm“ ist ein sehr schönes Beispiel hierfür. Diese Worte werden häufig synonym verwendet, Geräusche als Lärm bewertet, wir werden unachtsam und blenden Unangenehmes aus. Die Lehre der Achtsamkeit versucht, uns dem Leben und der Realität näher zu bringen indem wir uns Zeit nehmen, auch Unangenehmes auszuhalten, denn das Leben besteht immer aus dem Gleichgewicht zwischen angenehmen und unangenehmen Dingen. Und wenn wir den zweiten Teil ausblenden, geht uns etwas verloren. Deshalb möchte ich Sie heute einladen, in Ihrem Alltag ein Ohr achtsam für Klänge Ihrer Umgebung offen zu halten und einfach zu versuchen, nur zu beobachten. Beschreiben Sie innerlich was Sie hören und vermeiden Sie Bewertungen. Ich bin gespannt, was Sie dabei Neues über Ihre Umgebung erfahren!

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