Psycho-ABC: F wie freie Assoziation

Psycho-ABC: F wie freie Assoziation

Einem Großteil von uns ist das Bild von dem Ratsuchenden, welcher auf einer Couch liegend und mit dem Rücken Therapierenden gewandt, bei einer Fachkraft um Hilfe bittet, mehr als geläufig. Der Psychoanalytiker Sigmund Freud betrachtete dieses Gesprächssetting als unabdingbar, um Ratsuchende zur freien Assoziation zu bewegen. Doch was sind eigentlich freie Assoziationen?

Was sind freie Assoziationen?

In der Fachliteratur werden freie Assoziation als klassische psychoanalytische Methode zur Erforschung des Unbewussten beschrieben. Das Unbewusste gilt als Hort der menschlichen Triebe, unterdrückter Wünsche, Erinnerungen und Erfahrungen. Im Zuge des Prozesses der freien Assoziation lässt der Mensch diese unterdrückten Elemente frei. Er entspannt sich und spricht alles aus, was ihm durch den Kopf geht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Inhalte nichtssagend oder gar peinlich sind.

Auch im Alltag wenden wir dieses Verfahren an. Stellen Sie sich beispielsweise vor, Sie sind Journalist und schreiben einen Artikel für eine Zeitschrift zu einem vorgegebenen Thema und wollen zunächst Ihre Gedanken und Ihr bereits vorhandenes Wissen oder Ansichten zur Thematik festhalten. In diesem Fall hilft Ihnen das freie Assoziieren dabei alle bewussten und unbewussten Aspekte, die Sie mit dem Thema verknüpfen, im Zuge des Brainstormings hervor zu bringen. Auch aus dem alltäglichen Gespräch mit Freunden oder Familienmitgliedern ist die freie Assoziation häufig nicht weg zu denken. So greifen wir beispielsweise darauf zurück, wenn wir von einer nahestehenden Person nach unserem Wohlbefinden gefragt werden. Durch das freie Assoziieren, schildern wir negative und positive Erlebnisse und die damit empfunden Gefühle und stellen am Ende des Gesprächs oftmals erst, dass es uns vielleicht doch viel besser oder schlechter geht, als wir es zu Beginn des Gespräches angenommen hatten.

Wie funktioniert die freie Assoziation?

Für die Freie Assoziation im Rahmen einer Analyse muss der Patient seinem/ seiner Psychoanalytiker:in vertrauen. Dies ist nicht zuletzt dadurch gewährleistet, dass der Analysierende den Ratsuchenden nicht verurteilt. Er vermittelt den Klient:innen, dass nichts von dem Gesagtem richtig oder falsch ist.

Es ist wichtig, dass Patient:innen lernt, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist es nach Freud von zentraler Bedeutung, dass der Patient so entspannt und unbeeinflusst von seiner Umgebung wie möglich ist. Hierzu trägt das eingangs bereits beschriebene Gesprächssetting bei. Durch seine liegende Position und dem mangelnden Blickkontakt zu dem Analysierendem, fühlen sich die Patient:innen entspannt und völlig unbeobachtet. Es entsteht ein tranceähnlicher Zustand, der dazu verhilft die inneren Bilder der Klient:innen nach außen zu kehren. Die unbewussten Inhalte können dadurch analysiert, interpretiert und bearbeitet werden. Die Methode zielt darauf ab, das Unwohlsein oder Konflikte, welche sich aus “verbotenen” Gedanken ergeben, zu umgehen.

Wozu dient die freie Assoziation?

Bei der freien Assoziation lernen die Ratsuchenden etwas über gedanklichen Strukturen. Des Weiteren erhalten die Klienten die Möglichkeit sich mit ihren innersten Gefühlen auseinanderzusetzen. Dies können Gefühle sein, die sie gegenüber ihren Interaktionspartner:innen in der Vergangenheit empfunden haben. Durch die Konfrontation mit vergangenen Gefühlszuständen gelingt es den Ratsuchenden mögliche belastende Gefühle, die sich fördernd auf die Entwicklung einer psychischen Erkrankung ausgewirkt haben, aufzuspüren und zu bewältigen. So kann es beispielsweise Klienten mit einer Angststörung möglich werden, den Ursprung ihrer Angst zu ergründen und zu verarbeiten, um der Erkrankung entgegenzuwirken.

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