Sind Sie ein Puffer in Beziehungen?

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Wir alle lernen aus den frühen Beziehungen zu Eltern oder anderen Bindungspersonen, wie Beziehungen funktionieren. Später im Erwachsenenleben fallen meist vor allem die Menschen auf, die in Beziehungen als „schwierig“ erlebt werden. In der Therapie wird aber häufig deutlich, dass gerade die „einfachen“, „angenehmen“ Menschen mit ihren Bedürfnissen übersehen werden. Nicht zuletzt deshalb, weil sie oft ein Puffer in Beziehungen sind. Ich lade Sie deshalb ein, mal in sich zu gehen, die eigenen Beziehungen zu reflektieren und sich mit den folgenden Anzeichen auseinanderzusetzen.

Der Verantwortungs-Puffer – Es ist meine Verantwortung

Es gibt so Menschen, die tragen scheinbar die Last der Welt. Sie fühlen sich verantwortlich dafür, die Harmonie aufrecht zu erhalten, tun bis zur Selbstaufgabe alles dafür, dass es Anderen gut geht. Sie übernehmen mehr Verantwortung aufgrund des Stresslevels oder der Inkompetenz von anderen. Und das alles scheinbar ohne, dass es ihnen etwas ausmacht, oder sie etwas zurückverlangen. Wenn das verdächtig nach Ihnen klingt, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass Sie ein Puffer in Beziehungen sind.

Der Folgen-Puffer – So schlimm ist es gar nicht

Menschen, die Beziehungs-Puffer sind, ertappen sich oft dabei, dass sie das Verhalten Anderer rechtfertigen. Häufig im Dienste der Harmonie, also um die Folgen dessen, was passiert ist zu schmälern. Sie übernehmen Verantwortung für Taten oder Worte von Anderen um diese zu schützen. Oft schützen sie dabei auch sich selbst nicht. Im Gegenteil, es wäre ihnen peinlich wenn jemand wüsste, welches Verhalten sie dulden um Konflikte zu vermeiden. Lieber werden eigene Bedürfnisse geleugnet.

Eigene Bedürfnisse als Puffer – Ich bin doch nicht so wichtig

Die ständige Selbstaufgabe führt dazu, dass eigene Bedürfnisse selten beantwortet und oft überhaupt nicht beachtet werden. Wer schon sein ganzes Leben Puffer ist, weiß womöglich gar nicht wie man Bedürfnisse spüren kann. Oft sind diese Menschen nachtragend, ärgern sich über Andere, fühlen sich überlastet oder sind in Beziehungen ängstlich. Die Verantwortung für andere haben sie sich aber ja selbst aufgeladen. Deshalb darf häufig nicht einmal der Ärger auf Andere sein. Was bleibt, ist ein Groll auf die ungerechte Welt.

Selbstverständlich bist du wichtig!

Sollten Sie beim Lesen einige Anzeichen dafür entdeckt haben, dass Sie ein Puffer in Beziehungen sind, empfehle ich Ihnen auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst! Im psychischen Sinn wirkt Selbstfürsorge wie die Sauerstoffmaske im Flugzeug. Wenn wir nicht immer zuerst die eigene aufsetzen, können wir auch niemand anderem mehr helfen. Mehr zum Thema Selbstfürsorge erfahren Sie hier.

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