Selbstbild und Selbstfürsorge – Spieglein, Spieglein

Symbolbild: Helena Berchtold fotografiert sich selbst im Spiegel. Darüber die Überschrift des Artikels: Selbstbild & Selbstfürsorge - Spieglein Spieglein
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Selbstbild und Selbstfürsorge beeinflussen den Selbstwert. Das erkennt man auch daran, dass es bei Instagram und Facebook es vor kurzem einen Skandal gab. Denn es stellte sich heraus, dass sie mit ihrem Angebot psychische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen fördern. Vor allem der Zusammenhang zwischen Selbstdarstellung und dem eigenen Selbstwert spielt hier eine große Rolle. Ich möchte heute aus psychologischer Sicht eine andere Art der Selbstdarstellung beleuchten. Und zwar eine, die wir alle kennen, denn wir nutzen sie jeden Morgen: den Spiegel.

Selbstbild und Selbstfürsorge

Erstmal noch ein Paar Worte zu Selbstwert und Selbstfürsorge. Der Selbstwert beschreibt, wie wir über uns selbst denken. Also ob ich mich für wertvoll halte, für jemanden mit dem Andere und gut umgehen müssen. Denke ich von mir, dass ich eine Person bin, die wertvoll ist, deren Gefühle und Bedürfnisse beachtet werden muss. Einen Beitrag dazu, wie sich der eigene Selbstwert verbessern lässt, finden Sie hier. Dazu gehört auch, wie ich mit mir selbst umgehe. Selbstfürsorge meint also einen wertschätzenden Umgang mit mir. Mich auf Dauer gesundheitsförderlich zu verhalten, mit mir gut umzugehen. Zur Frage ist Selbstfürsorge Egoismus habe ich ebenfalls einen Beitrag geschrieben, dieser findet sich hier. Das Selbstbild meint, wie ich mich selbst sehe. Ist also Teil des Selbstwertes.

Spiegel und Selbstbild

Natürlich macht der Spiegel allein noch nichts mit unserem Selbstbild. Die Frage ist, wie wir ihn nutzen. Ist es ein schöner Start in den Morgen, an dem ich mir selbst zulächle, vielleicht über meine zerzauste Frisur etwas grinsen muss? Oder starte ich meinen Tag schon mit Selbstkritik und Erwartungen von Anderen? Das kann nämlich durchaus großen Einfluss auf unser Selbstbild haben. Vor allem der Vergleich mit retuschierten Bildern in sozialen Medien kann dazu führen, dass wir „normale Menschen“ gar nicht mehr attraktiv finden. Wir kritteln ständig an uns herum, die Realität ist nicht gut genug, das Selbstbild verändert sich. Das wiederum verschlechtert unseren Selbstwert. Ich bin nie gut genug. Spätestens wenn diese Veränderung dann auch Einfluss auf unsere Selbstfürsorge hat, ist es Zeit zu handeln.

Ich möchte Ihnen an dieser Stelle ein Video von Puls empfehlen. Da wurde ein spannendes Experiment gemacht: eine Woche ohne Spiegel leben.

Hier können Sie den Film auf YouTube anschauen.

Ovaler Spiegel mit verziertem Rand schwebt auf schwarzem Hintergrund. Darin spiegelt sich ein Totenschädel aus Rauch, der aus dem Spiegel kommt. Symbolbild für den Einfluss des Spiegelbilds auf Selbstbild und Selbstfürsorge.

Spieglein Spieglein

Schließlich möchte ich Sie noch zu einer Selbstreflexion einladen. Beobachten Sie sich die nächste Woche mal: wie oft schauen Sie in den Spiegel? Was denken Sie, wenn Sie sich selbst sehen? Hat sich in letzter Zeit etwas daran verändert? Wie könnten Sie mithilfe Ihres Spiegelbildes Ihr Selbstbild verändern? Möchten Sie das Spiegelbild vielleicht öfter selbstfürsorglich nutzen?

Was denken Sie, wenn Sie andere Menschen betrachten?

Übrigens: einen ähnlichen Effekt haben auch die kleinen Selbstansichten bei Zoom. Beobachten Sie sich doch dort auch mal: wo wandert Ihr Blick hin, wenn Sie gedanklich abschweifen? Überprüfen Sie häufig das eigene Aussehen? Was macht es mit Ihnen, sich ständig selbst zu beobachten?

Tipp: bei vielen Programmen lässt sich die Selbstansicht ausblenden. Ich nutze diese Funktion wo immer möglich, denn dadurch kommt das Gespräch einem Face-to-Face Gespräch näher. Schließlich sehe ich mich da auch nicht ständig selbst sondern konzentriere mich auf mein Gegenüber.